Land of the Dead: Dérangement: The Texas Chainsaw Massacre

Poesie der Verstörung in diesem 1970er Slasher-Kultfilm. Mit The Texas Chainsaw Massacre hat Tobe Hooper einen anhaltenden Schock fabriziert, der auch Jahrzehnte nach seiner Herstellung nichts von seiner Wirkung verloren hat. Es ist dies einer jener Filme, die einen von Anfang an einfach alleine lassen. Ein Film, der sich gegen die Welt verstört. Viele Filme strahlen das Begehren nach einer Partnerschaft mit dem Zuschauer aus. Sie verlangen unsere Teilnahme, unsere Identifikation und bieten dafür das Versprechen, dass sie „Liefern“ werden. Im Horror- sowie im Thrillergenre wird diese Sicherheit bezüglich der Partnerschaft mit dem Film am Ende oft aufgehoben. Als Beispiele aus der laufenden Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum könnte man The Wicker Man oder Halloween nennen, die mit ihren finalen Sequenzen auf eine Hoffnungslosigkeit über den Rahmen des Films hinausweisen. Eines der berühmtesten Beispiele ist wohl das überraschende Ableben der Protagonistin nach dem halben Film in Alfred Hitchcocks Psycho. Aber auch in anderen Genres gibt es diese gräulichen Momente, wenn der Film eben nicht mehr bloß als Film, der sich an alle Regeln hält, wahrgenommen werden kann. Beispiele dafür wären der Walt Disney Film Bambi, der völlig unbedarft die Mutter des namensgebenden Rehkitzes tötet oder My Girl von Howard Zieff, der in den Augen von Kindern durchaus zu einem Horrorfilm mutieren kann. Die Fallhöhe ist hierbei vor allem bei Filmen des Mainstreams äußerst hoch, da sie prinzipiell ja mit den Mechanismen der Identifikation und der Partnerschaft mit dem Zuseher agieren und so auch die Macht haben, diesen plötzlich fallen zu lassen. Bei The Texas Chainsaw Massacre wird man allerdings von Anfang an alleine gelassen.