Was immer sich an Trau­rig­keit in den Augen von Carol Kanes Gitl sam­melt, wird von der flo­cki­gen Mise-en-scè­ne Joan Mick­lin Sil­vers auf­ge­fan­gen. Die Aus­gangs­la­ge die­ser Geschich­te jüdi­scher Immi­gran­ten in New York erin­nert an Vital­i­na Vare­la von Pedro Cos­ta, nur dass Gitl nicht erst nach der Beer­di­gung ihres Man­nes in das gelob­te Land kommt, son­dern die­sen sozu­sa­gen in fla­gran­ti im neu­en Leben, mit neu­em Bart, neu­er Klei­dung, neu­em Geba­ren und natür­lich neu­er Frau erwischt.

Was sich abzeich­net ist ein Melo­dram, des­sen emo­tio­na­le Wucht sich am hef­tigs­ten in den Bli­cken des stil­len Sohns des schei­tern­den Paa­res erzählt. Die Kon­flik­te (Drei­ecks­ge­schich­te, Tra­di­ti­on vs. Moder­ne, Mann und Frau) kennt man, ihre jid­di­schen Aus­prä­gun­gen sind dem geneig­ten Kino­freund aber oft fern­ge­blie­ben (Ganz zu schwei­gen, wenn sie aus Per­spek­ti­ve einer Frau erzählt wer­den). Dabei offen­bart sich vor allem in der Spra­che eine Dif­fe­renz, die kaum zu über­brü­cken ist. Erstaun­lich, dass die­ser Film teil­wei­se als Komö­die bewor­ben wurde.

In einer der vie­len bemer­kens­wer­ten Momen­te des Films steckt Gitl ihrem Sohn heim­lich Salz in die Taschen sei­nes Jackets. Um ihn vor den Bli­cken des bösen Auges zu schüt­zen, sagt sie. Dabei gibt es gar kein rich­ti­ges Böse im Film, son­dern nur sehr vie­le Schwä­chen und Ver­än­de­run­gen, die das Leben und die Lie­be erschweren.