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Hier, nicht da – die Filme von Peter Todd bei Fracto Experimental Film Encounter
Text: Teoman Yüzer Gegenüber den Blicken auf ferne Orte in Warren Sonberts Carriage Trade, die am Nachmittag zu sehen waren, folgten Peter Todds Filme im Abendprogramm des Fracto Experimental Film Encounter einem fundamental anderen Ansatz. So redet im Gespräch nach der Vorführung Todd von der Gewalt des filmischen (und fotografischen) Blicks…

Tachi-ai!! Wundersames Sumō
Es ist faszinierend, wie die Rikishi sich am Anfang jedes Kampftages in der Mitte des heiligen Rings treffen, einmal im Kreis gehen, den Shintō-Göttern Tribut zollen und den Ring damit zu aktivieren scheinen. Dabei tragen sie eine Art dekorativen Lendenschurz um die Hüften (Kesho-mawashi), auf dem sich bunte Designs wiederfinden,…

Ins Anderswo gelesen – Auslandsreise von Ted Fendt
Text: Nele Kaiser Es beginnt lesend, im Mai. Und es endet, lesend, im Mai. Die Einstellung ist zunächst statisch, aber die Reise im Filmtitel wird angedeutet – ein Auto fährt vorbei; an der Kante im unscharfen Umraum des Bildes ein Mofa, in dessen Farben die Lesende gekleidet ist. Marineblau, sie…

Langeweile in den Dolomiten
Das gebotene Nichtstun bei unerwarteten Hitzewellen lässt sich mit einem Radrennen am besten ausfüllen, weil es mit vier bis fünf Stunden in der Regel eine Länge beträgt, die zeitliche Wahrnehmung außer Kraft setzt. Keine knapp bemessenen neunzig Minuten Spiel, geteilt in zwei Halbzeiten. Keine Kurzstreckenläufe oder Sprünge, die nur wenige…

Englische Ambivalenzen in Alan Clarkes Penda’s Fen
“You see, you are like the English language, Stephen. You have foreign parents, too. Even Edward Elgar had … some Welsh blood.” Mit diesen beschwichtigenden Worten beichtet in Alan Clarkes Film Penda’s Fen Pastor Franklin seinem Sohn Stephen zum achtzehnten Geburtstag, dass er eigentlich adoptiert ist. Sie sitzen im Garten…

Schilderungen aus Frankfurt: Stillleben noch einmal
Den Abend mit nur einem Film zu verbringen, ist Verrat am Kino, dem so gern besungener Ort der Begegnung. Zwei Filme sollten es mindestens sein, denn anders kann man den einzelnen kaum verstehen. So trafen sich kürzlich Béla Tarrs Kárhozat und Sohrab Shahid Saless’ طبیعتبیجان (Tabiate bijan) im Frankfurter DFF.…

Lissabonner Kleinigkeiten: Momente der Lust
Im großen Saal der Cinemateca Portuguesa war im Rahmen des Catch-All-Filmfestivals Indielisboa unlängst Espelho de Carne von Antonio Carlos da Fontoura zu sehen. Da der Film online nur in einer sehr ausgeblichenen VHS-Version auffindbar ist, kann man behaupten: Die hier gezeigte „neue Restaurierung“ ist tatsächlich eine dankbare Verbesserung zum Original.…

Gedanken zu Gustave Courbet im Wiener Leopold Museum
Denkt man an den Maler Gustave Courbet, fallen einem wahrscheinlich eine Reihe Stichwörter ein, die mit ihm und seinem Werk in Verbindung stehen: „Realismus“, „sozial- und gesellschaftskritisch“, „Vorreiter“, „Provokateur“, „Revolutionär“ usw. Solche kann man in jeglichen Begleittexten finden, so wie in jenen zur Blockbuster-Ausstellung mit dem programmatischen Titel „Gustave Courbet:…




