Worte suchend – Filme von Nele Wohlatz

Wie man etwas sagt, ist in den Fil­men von Nele Wohl­atz kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Immer wie­der sto­ßen ihre Prot­ago­nis­tin­nen und Prot­ago­nis­ten an Gren­zen. Manch­mal sind sie sich auch so ver­traut, dass sie gar kei­ne Wor­te brau­chen, aber auch die Stil­le ist kein Moment, in dem nicht kom­mu­ni­ziert wird. So beschäf­tigt sich Wohl­atz, die eini­ge Jah­re in Bue­nos Aires leb­te, lau­fend mit Über­set­zungs­pro­ble­men und ihren Aus­wir­kun­gen auf die Wahr­neh­mung oder den Mög­lich­kei­ten, sich durch die Welt zu bewe­gen. Im Ver­trau­ten der auf­ge­such­ten Orte, nicht sel­ten Urlaubs­pa­ra­die­se, erscheint zugleich Frem­des, ganz so als wür­den ihre Fil­me die Gegen­den mit den Augen und Ohren der Sprache(n) erkun­den, die nach Ana­lo­gien suchen, Über­set­zungs­hil­fen. Es ent­ste­hen unsi­che­rer wie spie­le­ri­scher Bil­der und Töne, die an der Gren­ze zum Komi­schen, aber nie dem Unerns­ten exis­tie­ren. Wohl­atz Fil­men erhal­ten etwas vom nach­denk­li­chen Zur­sei­te­schau­en, wäh­rend man nach einem pas­sen­den Wort, das nicht ein­fal­len will, in einer Fremd­spra­che sucht, womit man sich im Moment der Abwe­sen­heit ver­liert. Augen­bli­cke, in denen sich Wirk­li­ches fast mühe­los in Fik­ti­on ver­wan­delt. Ihre Fil­me erzäh­len von einer Zurück­hal­tung, die jedoch nicht nur Beob­ach­tung, son­dern auch Offen­heit bedeu­tet, wofür sie 2024 mit ihrem Film Dorm­ir de olhos aber­tos den FIPRE­SCI-Preis erhielt. In unse­rem Dos­sier wid­men wir uns allen ihren Fil­men und dan­ken Nele Wohl­atz sehr für eine Bild­stre­cke, die von der Arbeit an ihnen mit ihren Beglei­tern erzählt.