Wie mir in Österreich lebende Menschen in Zeiten der möglichen Ansteckungsgefahr auf engen Wegen entgegenkommen

1.Sie wei­chen mir ele­gant aus (manch­mal höf­lich lächelnd).

2. Sie wei­chen mir ele­gant aus, suchen Augen­kon­takt (und grü­ßen ver­stoh­len bezie­hungs­wei­se so, dass sie etwa „Hal­lo“ sagen, dabei aber den Mund mög­lichst geschlos­sen halten).

3. Sie dre­hen sich weg von mir und tun so als wür­den sie die Land­schaft, einen Gras­halm oder ein Aero­sol in der Luft bewundern.

4. Sie wei­chen mir mit über­trie­be­ner Thea­tra­lik aus (wen­den den Kopf zur Sei­te, stol­pern fast, weil sie an einem Gras­bü­schel am Rand des Weges hängenbleiben).

5. Sie erstar­ren und las­sen mich ausweichen.

6. Sie erstar­ren und las­sen mich aus­wei­chen und schen­ken mir einen kri­ti­schen Blick, weil ich so nah an ihnen vorbeigehe.

7. Sie gehen vor­sich­tig, aber durch­aus mit Aplomb auf mich zu, sodass gleich eines Wes­tern­du­ells die Fra­ge ent­steht: Wer zuckt zuerst?

8. Sie befin­den sich in einem ange­reg­ten Gespräch (mit ihrem Han­dy), igno­rie­ren mich und gehen schnur­stracks in mich hin­ein. Dar­aus erge­ben sich dann zwei mög­li­che Reak­tio­nen: 8a: Sie ent­schul­di­gen sich mit dem Aus­druck abso­lu­ten Schre­ckens auf dem Gesicht. 8b: Sie bemer­ken es nicht.

9. Sie üben sich in über­trie­be­nen Ges­ten, die mir den Durch­gang erlau­ben oder ihre Anstren­gung im Aus­wei­chen beto­nen (eine männ­li­che Spe­zia­li­tät). Dann lächeln sie viel­sa­gend und ich bin mir nicht sicher, ob sie es iro­nisch meinen.

10. Sie gehen selbst­si­cher auf mich zu, sehen mich an und wei­chen mir nicht aus (was mich meist zu Reak­ti­on Num­mer 3 zwingt).

11. Sie wei­chen mir eigent­lich ele­gant aus, strei­fen dann aber mei­ne Jacke und ent­schul­di­gen sich des­halb oder beschleu­ni­gen pein­lich berührt ihre Schritte.

12. Sie zei­gen mir wie fle­xi­bel sie sind, fin­den eine auf den ers­ten Blick uner­reich­ba­re Stel­le, von der aus sie mich pas­sie­ren las­sen, aber nicht ohne mir auf den Kopf zu husten.

13. Sie tre­ten genervt und etwas umständ­lich zur Seite.

14. Sie hal­ten mich an und wol­len von mir wis­sen, wohin ich gehe, weil ich eigent­lich gar nicht hier sein dürf­te (auf­grund der Coro­na­re­geln, eines Pri­vat­wegs, einer Weg­sper­rung o.ä.).

15. Sie kom­men gar nicht mehr, weil sie zuhau­se bleiben.

sie­he auch: Noti­zen zum Abstand