Notiz zu Three on a Couch von Jerry Lewis

Eine drei- bis vierteilige Versuchsanordnung, die beweisen möchte, dass

a: nüchternes Verhalten in Fragen der Zwischenmenschlichkeit keinen Erfolg hat (nicht nur im Sinn einer Gefühlsbezogenheit, sondern auch weil das Kindische, Alberne sich durchsetzt, um Liebe zu ermöglichen)

b: das „wahre Ich“ sich nicht zeigen kann, wenn es mit dem Rücken zur Kamera steht (Lewis filmt seinen Christopher Pride, also sich selbst, so lange von hinten, bis sich das Versteckspiel in andere Identitäten erübrigt hat)

c: eigentlich alle verrückt sind

d: das männliche Geschlecht sich vor allem über Posen definiert, die es nur eine begrenzte Zeit halten kann (die Frage ist dann, ob das Zusammenbrechen der zwischen Eitelkeit und Rollenbildern changierenden Verhaltensweisen in Selbstironie oder unerträglichen Geltungsdrang führt)

e: eine Zigarre im Mund deutlich mehr Bewegungen vollführen kann, als die Darsteller in Western auszureizen wussten

f: die idealistischen Überzeugungen wertlos sind, wenn sie auf die idealistischen Überzeugungen anderer treffen (unabhängig davon, wer sich weshalb im Recht fühlt)

Was den siebten Film, bei dem Lewis auch Regie führte, überdies auszeichnet, ist eine anhaltende Spannung zwischen der gediegenen Sehnsucht nach Harmonie und den körperlichen Zuckungen, die diese verhindern. Das könnte man wohl über jeden Lewis-Film sagen, hier zeigt es sich aber besonders stark, weil die Hauptfigur ein den bürgerlichen Konventionen entsprechender Mann ist, dessen Motorik erst aus den Fugen gerät, wenn er in einer grandios-endlosen Sequenz auf einer Party und vor allem vor einer Aufzugtür, nicht mehr aus der Sackgasse seiner eigenen Schizophrenie fliehen kann, wenn er also auf das zurückgeworfen wird, was er vor allen verborgen hat: Dass er nie das ist, was er eigentlich ist.