Über uns

„Eine ganze Welt öffnet sich diesem Erstaunen, dieser Bewunderung, Erkenntnis, Liebe und wird vom Blick aufgesogen.“ (Jean Epstein)

Notiz zu Three on a Couch von Jerry Lewis

Eine drei- bis vier­tei­li­ge Ver­suchs­an­ord­nung, die bewei­sen möch­te, dass

a: nüch­ter­nes Ver­hal­ten in Fra­gen der Zwi­schen­mensch­lich­keit kei­nen Erfolg hat (nicht nur im Sinn einer Gefühls­be­zo­gen­heit, son­dern auch weil das Kin­di­sche, Alber­ne sich durch­setzt, um Lie­be zu ermöglichen)

b: das „wah­re Ich“ sich nicht zei­gen kann, wenn es mit dem Rücken zur Kame­ra steht (Lewis filmt sei­nen Chris­to­pher Pri­de, also sich selbst, so lan­ge von hin­ten, bis sich das Ver­steck­spiel in ande­re Iden­ti­tä­ten erüb­rigt hat)

c: eigent­lich alle ver­rückt sind

d: das männ­li­che Geschlecht sich vor allem über Posen defi­niert, die es nur eine begrenz­te Zeit hal­ten kann (die Fra­ge ist dann, ob das Zusam­men­bre­chen der zwi­schen Eitel­keit und Rol­len­bil­dern chan­gie­ren­den Ver­hal­tens­wei­sen in Selbst­iro­nie oder uner­träg­li­chen Gel­tungs­drang führt)

e: eine Zigar­re im Mund deut­lich mehr Bewe­gun­gen voll­füh­ren kann, als die Dar­stel­ler in Wes­tern aus­zu­rei­zen wussten

f: die idea­lis­ti­schen Über­zeu­gun­gen wert­los sind, wenn sie auf die idea­lis­ti­schen Über­zeu­gun­gen ande­rer tref­fen (unab­hän­gig davon, wer sich wes­halb im Recht fühlt)

Was den sieb­ten Film, bei dem Lewis auch Regie führ­te, über­dies aus­zeich­net, ist eine anhal­ten­de Span­nung zwi­schen der gedie­ge­nen Sehn­sucht nach Har­mo­nie und den kör­per­li­chen Zuckun­gen, die die­se ver­hin­dern. Das könn­te man wohl über jeden Lewis-Film sagen, hier zeigt es sich aber beson­ders stark, weil die Haupt­fi­gur ein den bür­ger­li­chen Kon­ven­tio­nen ent­spre­chen­der Mann ist, des­sen Moto­rik erst aus den Fugen gerät, wenn er in einer gran­di­os-end­lo­sen Sequenz auf einer Par­ty und vor allem vor einer Auf­zug­tür, nicht mehr aus der Sack­gas­se sei­ner eige­nen Schi­zo­phre­nie flie­hen kann, wenn er also auf das zurück­ge­wor­fen wird, was er vor allen ver­bor­gen hat: Dass er nie das ist, was er eigent­lich ist.