Dies ist für mich eine der bes­ten Ein­stel­lun­gen, die ich je in einem Film gese­hen habe:

Sie ist aus dem Film 4 Mona­te, 3 Wochen, 2 Tage von Cris­ti­an Mun­giu.
Wer den Film gese­hen hat, weiß um die Bri­sanz die­ser Sequenz, den Druck und
das Gefühl erdrückt zu wer­den. Einem wird förm­lich schlecht und man möch­te-
so wie die Haupt­fi­gur- ein­fach nur noch auf­ste­hen und gehen. Man ist in die­ser
Sze­ne förm­lich die Prot­ago­nis­ten. Zusätz­lich wer­den aber im Dia­log noch poli­ti­sche
und gesell­schaft­li­che Wer­te vor­ge­stellt und so spielt die­se Sze­ne auf meh­re­ren Ebe­nen, was
sie unn­heim­lich reich macht. Der Regis­seur erklärt im Making-Of, wie er die vie­len Schau­spie­ler
anwies immer auf der letz­ten Sil­be des Vor­red­ners anzu­fan­gen zu spre­chen. So ent­steht die­ses
über­füll­te, erdrü­cken­de Gefühl von Schwin­del. Außer­dem prä­sen­tiert er uns nicht das gan­ze Bild,
son­dern schnei­det vie­le der Leu­te am Tisch nur an, was zum einen dazu führt, dass wir den Regun­gen
der Haupt­per­son sehr gut fol­gen kön­nen, ande­rer­seits, aber den Raum noch viel enger erschei­nen lässt.

Ich habe die­ses Bild in mei­nem Freun­des­kreis her­um­ge­hen las­sen und nach spon­ta­nen Asso­zia­tio­nen
gefragt. Erstaun­lich wie nahe Leu­te, die den Film noch nie gese­hen haben, den­noch an die Stim­mung
kom­men, die die­se Sze­ne gegen Ende des Films in einem auslöst:

unwohl, gefan­gen, essen, zu viel geges­sen, hass, ent­täu­schung, fami­li­en­tra­di­ti­on, ver­trau­en, miss­trau­en,
prü­fung, besau­fen, trau­er, bedro­hung, über­füllt, lee­re, …

Hier liegt eines der Genies von Cris­ti­an Mungiu.