Toads Over Hollywood

von Maël Mubalegh, Lars Tore Halvorsen

The poetic French expression «film choral» meaning “musical choir”, has proven to be a useful concept in describing cinematic narratives made up of multiple storylines following several protagonists within the frame of one story. If we consider this evocative metaphor a stable genre the same way we do «western», «film noir» and «musical», it would take the form of a constant interweaving of character voices, building up to a complex piece of music with recurring themes and motifs unifying in an anticipated climax. An undisputed master of this genre from the American end in the second half of the 20th century was Robert Altman. In cult movies like Nashville, The Long Goodbye and The Player Altman succeeded in orchestrating the chaos of reality, crafting cinematographic frescoes abounding in both tones and pictorial layers. The Altmanesque vision is probably what the widely celebrated Hollywood auteur Paul Thomas Anderson had in mind while directing his third feature film Magnolia, released in 1999.

Smoke Me 2 Times: Inherent Vice von Paul Thomas Anderson

Die Melodie der Filme von Paul Thomas Anderson erkenne ich oft erst bei wiederholtem Sehen. Bei Inherent Vice ist die emotionale Dunkelheit auch nach der zweiten Sichtung schwer zu durchdringen, denn es ist ein Film, der ständig wechselt zwischen absurdem Humor, Melancholie, Paranoia und Chaos. Es ist als würde immerzu ein bestimmtes Gefühl vor meinen Augen von seinem Gegenteil zerstört werden. Dennoch habe ich einen ganz anderen Film gesehen, als vor einem halben Jahr im Kino. (manche machen daraus gar einen Sport ) Dieses Undurchdringbare des Films liegt zum einen an der Vorlage von Thomas Pynchon, der hier zum ersten Mal verfilmt wurde und zum anderen an den Noir-Elementen des Films, der sich durch labyrinthische Rätsel und Spuren bewegt und immer wieder droht, sich selbst einzuholen. Es liegt aber auch an einer Vorliebe von Anderson für das Undurchdringbare, Ungreifbare.

This will all make sense: Über Magnolia und die Beatles

„This will all make sense, in the end.“

Das verspricht der Trailer von Paul Thomas Andersons Magnolia. Ein Ziel, das für einen Film, der in einer Laufzeit von drei Stunden die Geschichten von neun Personen erzählen will, gar nicht so leicht zu erreichen ist. Zudem beschränkt sich Andersons Film nicht damit, sich einem Thema zu verschreiben und alle Handlungsstränge durch ihre thematische Zusammengehörigkeit zu verknüpfen, sondern entwirft eine sich in viele Richtungen entfaltende Erzählung, deren Schwerpunkte sich immer wieder verschieben. Einsamkeit, Vergangenheitsbewältigung, Liebe, Tod und Unterdrückung sind Probleme mit denen sich jeder einzelne der Charakter auseinandersetzen muss. Die einzelnen Handlungsstränge spiegeln und kontrastieren sich dabei immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen. Und am Ende soll alles Sinn machen?

Liebesbrief an Julianne Moore

Liebe Julianne,

ich habe dich gesehen, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob du mich auch gesehen hast. Du standest ziemlich aufgelöst in einer Apotheke und hast auf deine Tabletten gewartet. Es schien dir nicht gut zu gehen, ich habe mir Sorgen gemacht. Dann wollte dir der Typ die Tabletten nicht geben. Er hat dir dumme Fragen gestellt. Ich habe andere Fragen an dich: Wie kann man so schön weinen? Wie kann man so schön lachen? Sie haben mal über dich gesagt, dass dein Lachen immer auch ein Weinen und dein Weinen immer auch ein Lachen ist. Das stimmt. Vielleicht nimmst du deshalb so viele Tabletten? Ich meine, ich habe gehört wie du deiner Haushälterin gesagt hast, welche Tabletten sie kaufen soll, du hast gar nicht mehr aufgehört irgendwelche Pillen zu nennen. Aber du singst sogar, wenn du nicht bei Bewusstsein bist, weil dein Herz stärker pocht als deine Betäubungssucht.Crying Lightning Daze