Muss­te schnell die Strea­ming­diens­te kün­di­gen, weil mein Post­ein­gang über­schwemmt wur­de und ich mei­ne Pass­wör­ter nicht mehr fand und das stän­dig Pop-Up-Geräusch unver­bind­li­cher Ange­bo­te die Nach­barn auf­weck­te und ich ohne­dies das Gefühl bekam, dass die­se Streams mich beob­ach­te­ten, aber eben nicht so wie Daney ein­mal schrieb, dass ein guter Film einen betrach­te­te (statt anders­her­um, Sie ver­ste­hen schon), son­dern, dass sie sich merk­ten, dass ich sie gese­hen habe, woge­gen mir immer­zu ver­lo­ren ging, was und wie und ob ich schon zu Ende schau­te. Wenn man Strea­ming­diens­ten kün­digt, tut das die­sen sehr Leid, es bricht ihnen fast das Herz und man muss hun­dert­fach kli­cken, ehe man von Neu­em mit Emails über­schwemmt wird, die einen dar­um bit­ten, dass man doch zurück­kom­men sol­le, wegen all der schö­nen Zeit, die man mit ihnen ver­brin­gen könn­te und all der schö­nen Streams, die man dann star­ten und wie­der abbre­chen kön­ne ganz unver­bind­lich gegen monat­li­che Kos­ten, die man jeder­zeit wie­der ein­stel­len kön­ne und ja, auch wegen der Com­mu­ni­ty, die sich auch freut, wenn man sie als sol­che betrach­tet und ich gebe zu, dass ich dann zu den Büchern in mei­nem Regal schaue und froh bin, dass sie alle so still sind. Inzwi­schen tau­chen nur noch gele­gent­li­che Zuckun­gen im Post­ein­gang auf, weil die Streams natür­lich irgend­wo wei­ter­lau­fen, was einem ohne­dies nicht ent­geht, wenn man der soge­nann­ten Film­pres­se folgt, weil die ele­gant zu den Streams über­wech­sel­te, ist ja sowie­so das glei­che, es bewegt sich und ruckelt und manch­mal bleibt es ste­hen, dann regt man sich auf und star­tet alles neu und dann läuft es schon wei­ter – wie das Leben könn­te man mei­nen, so ein Stream, in dem wir uns alle baden. Und dann bekommt man auch gar nichts mehr mit von dem, was gera­de läuft, weil es ja gar nicht wirk­lich läuft, hihi, es sieht ja nur so aus, aber da läuft nichts und die Dis­kur­se ver­lau­fen sich, sind inzwi­schen irgend­wo, habe sie ange­ru­fen, aber war belegt, ich hof­fe, dass es ihnen gut geht. Den Strea­ming­diens­ten tut das Leid, aber so ist das und irgend­wer tüf­telt sicher gera­de an einer neu­en Idee für einen Strea­ming­dienst, die kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen sind gera­de güns­tig, aber nicht so für die Toma­ten, die brau­chen es wär­mer, aber über Toma­ten wird auch nicht so viel gespro­chen, obwohl doch Toma­ten sys­tem­re­le­vant sind in vie­len Tei­len der Erde und viel­fäl­ti­ger als Fil­me sind sie und auch gegen das Diver­si­täts­pro­blem wur­de was getan, schließ­lich gibt es Toma­ten in vie­len Far­ben, auch wenn man sie zuge­ge­ben schon vor allem mit einer Far­be asso­zi­iert, aber vor allem schme­cken sie ja bes­ser als Strea­ming­fil­me und es macht so herr­lich Freu­de, wenn sie im Mund plat­zen und der Mund noch leicht geöff­net war, weil man gera­de stau­nend einen Toma­ten­strea­ming­dienst ent­deck­te und der gan­ze rote Saft über das frisch­ge­wa­sche­ne wei­ße Hemd spritz­te, das man ja eigent­lich gar nicht tra­gen müss­te, weil man sich die­se Diens­te auch leicht vom hei­mi­schen Sofa anse­hen könn­te und dort ist es meist egal, was man trägt. Aber damit ist jetzt ja Schluß, denn ich habe gekündigt.