es war nur etwas, das geschah
vielleicht geschah, vielleicht auch nicht
so wie wenn das licht
hierhin oder dorthin fällt
oder du etwas sagst,
von dem du nicht weißt,
warum
und warum nicht
und warum nicht anders
und warum jetzt
jemand sagt dir, dass du nach rechts gehen sollst
oder lachen
oder dass du auf keinen fall
diesen satz sagen sollst,
aber du fühlst dich,
als wäre es das, was du schon immer wolltest,
als wären die sätze bereits vor dir da
die bewegungen, sogar der wind
und die tauben
aber genug davon, du bist auch nur du
und immer weniger davon
wir lügen uns an, wenn wir träumen,
nur träumen wir wirklich
du willst nichts von mir,
außer ein bisschen zeit
und nähe
und wahrheit, als wäre das leicht
du stehst im licht,
sagst ein paar sätze über die welt,
die du dir vorher notiert hast
du wirst auch diesen satz vergessen
die, die du nicht vergisst, sind rar
manche musst du erfinden,
damit sie dir wirklich werden
aber du zweifelst
ich sehe es dir an
du glaubst nicht mehr, an was du sagst
als könntest du deinen sätzen damit sinn verleihen,
wie alle hast du gelernt, die träume zu durchschauen
statt sie zu leben
bald bist du nicht mehr da, dann wird es dir vorkommen,
als wärst du nie hier gewesen,
man kann das nachlesen, bei denen die gestorben sind
sie schreiben, dass wir die falschen fragen stellen,
manche bedauern,
manche fragen: warum?
aber hast du das erfunden
oder ist es wirklich geschehen?
du zuckst mit den schultern,
weißt es nicht mehr,
was soll’s, sagst du, es ist eine schöne erinnerung
es war eben etwas, das geschah,
ein dahinfallendes licht,
ein dahergesagter satz
es hätte auch anders sein können
dann haben wir uns noch einmal gesehen,
du auf dem bild
und ich davorstehend, dich betrachtend
mir fiel auf,
dass du wirklicher warst als ich
ich war eine erfindung, war schon kaum mehr da

