Le bûcher a fondu la neige, liest du mir vor, als wir das schmelzende Eis knistern hören vor unserem Fenster, an diesem Wintertag, der die alte Frau gegenüber zum ersten Mal seit Wochen dazu verleitet, ihre von aus den Löchern wachsenden Haaren bedeckte Nase an die Luft zu stecken.
Das Schmelzen ist geruchlos, was hat sie davon?
Du sagst mir, dass ich eine Liste anfertigen soll mit den Geräuschen, die man hört, wenn das Eis schmilzt. Ich bin erst begeistert, dann zögere ich. Sind das nicht alles nur Ausreden für eine Metapher? Dachlawinen stürzen wie tausend zerberstende Pfeile auf die Trottoirs, die in fette Jacken eingewickelten Hunde schauen ängstlich nach oben, während ihre Besitzer aus den Spuren im Schnee zu deuten versuchen, wer hier mit wem spazieren ging in der vergangenen Nacht. Wer hat all diese Hunde bekleidet? Wer hat den Befehl gegeben, mit Eispfeilen auf sie zu schießen?
Was für eine Metapher?, fragst du und ich entgegne nur, als wäre ich Wallace Stevens an einem viel zu lauen Sommerabend während der Jahre, in denen er nichts mehr veröffentlichte, dass es eben Worte wären, die man wiederholen würde, bis sie keine Bedeutung mehr hätten. Du kannst schon das Braun unter dem Weiß sehen. War es das? Einfach so? Die Fußspuren verschwinden, die Gleichgültigkeit verschwindet, das kaleidoskopische Flimmern verschwindet, das Krachen verschwindet, wenn du einen Schritt vor den anderen setzt.
Die Schneemänner sind die letzten, die fallen werden. Die Enten tummeln sich in einer Ecke des Teichs, dort wo der Zufluss das Eis bereits aufgelöst hat. Ein Specht klopft die eingefrorenen Holzstücke aus den Rissen der Rinde. Ein Mädchen testet mit ihrer Fußspitze, die Feste der gefrorenen Pfütze. Eine Kastanie schüttelt sich. Ein dünner Rinnsal läuft am Fenster hinab. Es tropft, es klirrt, es kracht, es knistert, es prasselt, es knackt, es raschelt. Aber das kannst du ja hören, dazu brauchst du keine Wörter. L’eau glissa bouillante au torrent, liest du weiter und ich hole noch eine Decke, weil ich bemerke, dass da noch kein Frühling ist unter dem Winter.

