Über uns

„Eine ganze Welt öffnet sich diesem Erstaunen, dieser Bewunderung, Erkenntnis, Liebe und wird vom Blick aufgesogen.“ (Jean Epstein)

L’amour à Marseille (cine amandi VI)

»Pour­quoi per­son­ne ne veut m’aimer!?« Schwar­ze qua­dra­ti­sche Let­tern mit wei­ßen Rän­dern kle­ben eng anein­an­der gedrängt am obe­ren Drit­tel einer Haus­wand. Hier, unweit des Cours Juli­en, pro­me­nie­ren ver­schwitz­te Füße die Stra­ße ent­lang, geblen­de­te Augen rich­ten sich nach vor­ne oder unten, man­che huschen auch nach oben. Zwi­schen ihnen eine dich­te Hit­ze, die so man­chen Kopf, ver­liebt, lie­bend oder melan­cho­lisch, schwir­ren lässt. Wie auf eine Lein­wand pro­ji­ziert, starrt die Ankla­ge vom Haus auf ihr Publi­kum her­ab. Ja, pour­quoi?

Der Ent­täu­schung Raum geben, sie über den Gas­sen schwe­ben las­sen. Die gan­ze Stadt soll von dei­ner Ent­täu­schung erfah­ren und du bleibst anonym. Viel­leicht haben die­se Wor­te dei­ne ver­är­ger­te See­le erleich­tert. Womög­lich hat dich danach trotz­dem jemand geliebt, une per­son­ne ou deux. Wirst du dann die Schrift übermalen? 

Und wo soll die Ant­wort hin, wenn jemand eine weiß?

Eine Schrift wie aus einem Kino­film, der nicht auf der Lein­wand flirrt, um Gedan­ken zu glät­ten, son­dern um sein Publi­kum auf­hor­chen zu las­sen. Aber nur weni­ge schen­ken ihm Aufmerksamkeit.

Eine Frau in kur­zen Hosen fla­niert vor­bei, sie starrt auf eine Aus­la­ge mit Vien­noi­se­rie. Auf ihrem lin­ken Unter­schen­kel ist in geschwun­ge­nen Let­tern »Amour« täto­wiert. Die Lie­be geht ihre eige­nen Wege, sie geht und kommt auch wieder.