Über uns

„Eine ganze Welt öffnet sich diesem Erstaunen, dieser Bewunderung, Erkenntnis, Liebe und wird vom Blick aufgesogen.“ (Jean Epstein)

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  • Drei Ansichten von Ode(s)sa

    Text: Luk Polleit Als ich Odessa das erste Mal sah, lag die Stadt im Nebel, an ihrer Küste ein Mann. Vakulinchuk, ein Matrose, der seine Kumpanen auf der Potemkin zum Aufstand anzettelte, lag begraben am Hafen – „getötet für eine Schüssel Borschtsch“. Ich sah den Pier, überflutet mit trauernden Massen…

  • Die Sehnsucht, ohne einander miteinander zu sein (cine amandi)

    Time to Love von Metin Erksan Oft schwärmen wir für die Idee einer Person, die nur durch den einseitigen Blick, nur durch das einseitige Wissen der Existenz überhaupt existieren kann. Die Sehnsucht besteht nur fort, solange sie unerfüllt, das Objekt des Sehnens unerreicht in der Ferne bleibt. Die Sehnsucht schöpft…

  • Der Actionstar als Märtyrer

    Text: Leonard Geisler Es beginnt mit einer britischen Fernsehdoku über Buster Keaton. Ich lerne, dass es den Kameramännern Keatons strikt verboten war, eine Einstellung ohne sein ausdrückliches „Cut!“ zu beenden. Das Schiefgehen der Einstellung verheißt schließlich eben die Überraschung, das Aufreißen des Realen, das der Slapstick durch kleinteilige Kalkulation zu…

  • Friaulische Kassiber: Durch Wolken gehen

    In Clauzetto, auf dem balcone del Friuli, steckt eine Wolke. Sie steckt fest. Ihr schwerer weißgrauer Bauch kommt nicht über die Hänge und fällt auch nicht ins Tal. Langsam anschwellend verharrt dieses undurchdringliche Gemisch aus Wassertropfen zwischen Karstfelsen und der sich in den zähen Wolkenfängen verheddernden Sonne. Wer hinauf zum…

  • Notiz zu Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen von Eva Hiller

    Ob sich in der Nacht Unvorhergesehenes, Ungeahntes, aber doch Ersehntes zu erkennen gibt, wird sich erst erfahren lassen, wenn sie vorüber gegangen ist. Dies könnte sowohl für Eva Hillers einzigartigen Film Unsichtbare Tage oder Die Legende von den weißen Krokodilen gelten als auch für die Retrospektive der diesjährigen Berlinale. In…

  • Ein Mann ist keine Nacht: Verbrannte Erde von Thomas Arslan

    Contra ius interea solum nocte, gegen das Gesetz, aber nur bei Nacht: dieser von Anne Carson so niedergeschriebene und von sprachlicher wie seelischer Dunkelheit durchzogene Beispielsatz für das lateinische Adverb interea beschreibt auch das Kino, zumindest ein bestimmtes Kino, beispielsweise den Gangsterfilm, nach seiner Schwärze in bestimmten Ausprägungen auch Noir…

  • Notiz zu The Human Hibernation von Anna Cornudella Castro

    In der Ferne ein rotes Leuchten im Nebel. The Human Hibernation von Anna Cornudella Castro beginnt bei Tauwetter. Ein kleiner Junge irrt durch einen winterlichen Wald, sucht seine Begleiter, um ihn herum Kühe, die ihre Blicke auf ihn richten. Er erreicht einen von Bäumen umstellten Teich, wo er verzweifelt in…

  • Notiz zu Spuren von Bewegung vor dem Eis von René Frölke

    Während man sich sonst erhofft, dass ein Film Licht ins Dunkle bringt, schwebt dieser mit gleichbleibender Aufmerksamkeit immer leicht unter dem, was als verständlich gilt. Der Titel von René Frölkes Spuren von Bewegung vor dem Eis könnte von einem jener Bücher entlehnt sein, die der Film in den Resten, von…

  • Zwischen Kinos

    Alexanderplatz, Cubix Tü r auf, rein, Stimmengewirr, rechts, Treppe Rauf Rauf Rauf Rauf Noch weiter? Handy klebrig Cubix 9 Rauf Frü h dran, w a r t schnell rein