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  • Auf der Höhe der Zeit

    Text: Phil­ipp Stadelmaier Müss­te man die Zeit in Tho­mas Manns Zau­ber­berg zu einem Punkt ver­dich­ten, wäre dies die Spit­ze eines Blei­stifts. Auf einer Fast­nachts­fei­er im Sana­to­ri­um Berg­hof hoch auf den Schwei­zer Alpen prä­sen­tiert Madame Chauchat das Schreib­ge­rät ihrem Ver­eh­rer Hans Cas­torp. Seit Mona­ten schwer ver­liebt und momen­tan krei­de­bleich unter­nimmt die­ser,…

  • Skeptische Gedanken

    Dass Fil­me abge­lehnt wer­den, gehört zum Kino, so sehr wie das Ver­stum­men und Ver­schwin­den. Ver­gan­ge­ne Woche konn­te man im Wie­ner Cele­s­te bei einer ers­ten klan­des­ti­nen Ver­an­stal­tung mit dem Namen Rejec­ted Films eini­ge sol­cher Fil­me sehen. Es han­delt sich um den Ver­such eines losen Ver­bunds eini­ger Fil­me­ma­cher, von diver­sen Fes­ti­vals abge­lehn­te…

  • Walking in Nashville

    Der Süd­os­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten bemüht sich nicht um Spaziergänger*innen. Nicht die Land­stri­che und Ver­bin­dun­gen zwi­schen urba­nen Zen­tren mei­ne ich damit, son­dern eigent­lich erst mal nur Nash­ville, Ten­nes­see. Das Athens of the South prä­sen­tiert sich zwar schein­bar ein­la­dend mit genü­gend Geh­we­gen, aber die­se sind mehr fürs Über­que­ren als zum Ent­lang­spa­zie­ren…

  • Notiz zu Warum ist nicht schon alles verschwunden von Stefan Koutzev

    Text: Anton Schroeder „Wenn ich von der Zeit spre­che, dann des­halb, weil sie noch nicht ist.Wenn ich von einem Ort spre­che, dann des­halb, weil er ver­schwun­den ist.Wenn ich von einem Men­schen spre­che, dann des­halb, weil er schon tot ist.Wenn ich von der Zeit spre­che, dann des­halb, weil sie schon nicht…

  • Valentines in New York (cine amandi X)

    Nach­dem ich Anfang Febru­ar im Dis­coun­ter drei­mal durch eine rie­si­ge Abtei­lung bestehend aus Her­zen und Plas­tik­blu­men, Kar­ten und Stoff­tie­ren in Rot- und Rosa­tö­nen fla­niert bin, hat­te ich Valen­tins­tags­ge­füh­le. Drei Tage vor dem 14. Febru­ar möch­te ich ein Feel-Good-Movie sehen, eine Rom-Com, die weder all­zu vor­her­seh­bar und glatt daher­kommt, noch sich…

  • Beobachtungen zu den Fernsehbildern der Olympischen Spiele

    Wer alt genug ist, sich an die ner­vö­sen Bli­cke John McEn­roes zu erin­nern, als die­ser beim Auf­flat­tern einer Tau­be auf dem Sta­di­on­dach oder beim Rat­tern einer Film­ka­me­ra im Sta­di­on in sei­ner Kon­zen­tra­ti­on gestört wur­de, wird sich wun­dern, wie die Ath­le­ten bei den Olym­pi­schen Spie­len in Nord­ita­li­en dem Anschein nach, das…

  • Friaulische Kassiber: Alluvionen

    Im stei­len Berg­hang unter­halb von Mon­tenars, dort wo sie frü­her Zug­vö­gel gefan­gen haben, blü­hen die Früh­lings­blu­men bereits im Win­ter. Es gibt einen lich­ten Wald und den über meh­re­re Stu­fen ins Tal stür­zen­den Orven­co und ab und an einen Holz­steg, der übers Was­ser führt. Manch­mal gehe ich dort umher und fin­de…

  • Notiz zu Nebelland von Claudia von Alemann

    Es gibt Gegen­den, die sich dem Blick der Kame­ra, dem Blick einer Fil­me­ma­che­rin nahe­zu ent­zie­hen. Meist sind es die Stra­ßen, in denen man schon seit Jah­ren lebt, und deren Anblick sich fast abge­nutzt hat. Da, wo alles gewohnt aus­sieht, jeder Ecke schon bei jedem Licht­ein­fall gese­hen wur­de. Aber plötz­lich wird…

  • Friaulische Kassiber: Der Hund im Garten

    In Faga­gna lebt ein Hund in einem recht­ecki­gen Gar­ten. Um die­sen Gar­ten sind ande­re recht­ecki­ge Gär­ten, die kaum einer betritt, außer ein alter Mann, der manch­mal ver­wirrt nach den Toma­ten­sa­men in der Erde sucht, die er zu früh aus­ge­setzt hat. Die­se Gär­ten sind ange­ord­net wie die Fel­der eines Schach­bretts und…

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