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Deals und Behauptungen in Cobre von Nicolás Pereda (cine amandi VIII)
Lázaro lebt mit seiner Mutter Tere und seiner Tante Rosa unter einem Dach. Agaven und ein Hund sorgen für Leben um die ansonsten vereinsamte Häuserfassade. Das Schlafzimmer im Inneren wirkt überdimensional, gleicht einer Höhle. Wie ein Heiliger liegt Lázaro dort, schwer atmend unter einer grünen, wärmenden Decke. Die Arbeit in…
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John Carpenter und Coca-Cola
Nach wie vor ist die Bar im Österreichischen Filmmuseum wegen Umbauarbeiten, von denen man zugegebenermaßen wenig sieht, geschlossen. Das dürfte dem Besucherenthusiasmus dank der Retrospektive zu John Carpenter, mit dem die neue Saison nach der Sommerpause beginnt, jedoch keinem Abbruch tun. Ohnehin war die Filmbar weniger dem Filmpublikum als den…
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Lissabonner Kleinigkeiten: Rechte Gesichter
Ständige Wahlen. Ständiger Wahlkampf. Im Großraum Lissabons bedeutet das: riesige Wahlplakate an jeder Ecke. 365 Tage im Jahr. Ein Gesetz aus Portugals nachrevolutionärer Zeit erlaubt, dass Wahlplakate auch nach Wahlen hängen bleiben dürfen – im Prinzip für immer. Diese besondere Sichtbarkeit macht sich die rechtsextreme, oft mit den Worten und…
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Gebürstete Geschichte: Shifty von Adam Curtis
Im Juni hat Adam Curtis seinen neuen Found-Footage-Film, Shifty, in fünf Teilen beim BBC veröffentlicht. Inzwischen kann man die Arbeit auf Youtube (Link) sehen, was wohl mehr im Sinne des Filmemachers als des ausführenden TV-Senders ist. Wie üblich collagiert Curtis äußerst faszinierende Aufnahmen, großteils aus dem Archiv des BBC, um…
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Vetre, pričaj sa mnom: Trauer um die Geliebten (cine amandi VII)
Diente das Sommerhäuschen seiner Mutter zeit ihres Lebens als ruhiger Zufluchtsort, hat es mit ihrem Dasein seine Bestimmung verloren. Negrica verbrachte dort viel Zeit, lauschte dem Wind, dehnte ihren Körper, genoss die Natur und kümmerte sich schon lange nicht mehr darum, was andere Leute denken. Ihr Sohn, Stefan Djordjevic besuchte…
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Lissabonner Kleinigkeiten: Die Seher
Täglich auf dem Heimweg von der Arbeit trifft man an den größeren Bahnhöfen Lissabons auf Männer, die kleine weiße Zettelchen verteilen. Oft im langen Hemd, der Dschallabija, gekleidet, bewerben sie Wahrsager, die in allen Lebenslagen helfen sollen. Diese Männer sind meist afrikanischer Herkunft – aus den ehemaligen portugiesischen Kolonien oder…
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Lissabon, Los Angeles, hin und zurück
Diese Woche wurde Wim Wenders achtzig Jahre alt. Anders als der Großteil der deutschen Filmemacher drängen seine Filme an die Landesgrenzen und darüber hinaus. Man könnte glauben, Wenders wäre besonders am Anderen selbst gelegen, als bloß an gewissen Orten zu sein. Allerdings sind seine gesammelten Eindrücke der Ferne selten weniger…
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Kvarner Kassiber: Inspiration
Zwei oder höchstens drei Monate haben wir unserer Inspiration gegeben, als wir uns mit ein paar von der Reise zerfledderten Büchern, die wir schon zu lange lesen wollten, und einer erratischen Auswahl an Schokolade und Weinen unter die zur Heizung umfunktionierte Klimaanlage im Haus auf der Insel legten, um wer…
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Die Augen Lolitas und die Kongruenzen des Tages
Noch hat mir niemand erklärt, weshalb diese Dinge immer an einem Tag geschehen: Kürzlich betrachtete ich einigermaßen verzückt eine mir in die Hände gefallene Kopie einer Zeichnung des Karner-Bläulings, angefertigt vom Lepidopterologen Vladimir Nabokov, der sich um dieses Tierchen mehr als verdient machte, um nur wenige Stunden später, während eines…



