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Viennale 2025: Überblendungen
Gefühlt blickt die Viennale jedes Jahr aufs Neue ins Alentejo, in die grüne Hügellandschaft am Rand des Atlantiks, dieses Jahr gemeinsam mit Maureen Fazendeiro in ihrem neuen Film As estações, der ebenso viel mit dem lyrisch-idyllischen Bild Südportugals teilt, wie er es untergräbt. Fazendeiro sucht die sogenannten Dolmen auf den…
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Viennale 2025: Fünfter Tag
Mein Blick geht zu Boden. Laubsterne vertrocknen auf dem Asphalt. Sie kringeln sich und zerbröseln schließlich zwischen den Fingern oder unbemerkt irgendwann im Wind. Ich versuche, nicht auf sie zu treten, warum auch immer, und springe wie ein von Hornissen umschwärmter Narr zwischen ihnen umher, nur ja nicht auf das…
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Viennale 2025: Vierter Tag
Es bräuchte wohl mindestens zwanzig Wörter, die das l’eau scintillante, also jenes auf Wasseroberflächen glitzernde Sonnenlicht in all seiner Verschiedenheit benannten, um überhaupt beschreiben zu können, was Jean Epstein in einem Film wie Chanson d’Ar-Mor und seinem Werk generell unternimmt. Da die Wörter in meiner Sprache fehlen, bleibt mir nur…
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Viennale 2025: Dritter Tag
Kurzer Kommentar zur Magie von Filmen: Als wir uns Alexandre Koberidzes What do we see when we look at the sky? vor einigen Jahren zuhause ansahen, wurde währenddessen unsere Katze überfahren. Sein neuer Film Dry Leaf beginnt nun mit einer Katzensequenz. Ich blinzelte einige Male beziehungsweise konnte nicht alles im…
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Viennale 2025: Zweiter Tag
Beobachte zwei sich streitende Krähen, die sich zunächst krächzend auf einem Wiesenstück am Rande eines Teichs zanken (kann nicht erkennen weshalb und sie haben es mir auch auf Nachfrage nicht mitgeteilt) und dann sogar in der Luft ihren Disput austragen, indem sie sich dahingleitend mit ihren Schnäbeln in die Flügel…
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Viennale 2025: Die Klopse von Miroirs No. 3
Mit Hingebung zubereitete Königsberger Klopse können längst verlorene Familienidyllen zurückbeschwören. Wie Fallobst landet das soßige Gericht mit kräftigem Bindemittel zwischen den Generationen auf den Tellern. Manchmal braucht es das Versprechen eines Geschmacks, um einander Entfremdete an den Tisch zu locken. Um sich gemeinsam anzuschweigen. Für manche ist alles gesagt, wenn…
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Viennale 2025: Erster Tag
Versuch eines Festivals (wie es einmal war): Nehme mir vor zu notieren, was mir widerfährt, ohne Rücksicht auf das Kino, das heißt so, dass ich meine Wahrnehmung nicht einschränke auf das, was in den Filmen vor sich geht. Frage mich selbst, ob es mehr Kino oder Nicht-Kino geben wird auf…
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Euganeische Kassiber: Tomba del Petrarca
«Es war der Tag, an dem der Sonne Strahlen sich aus Mitleid mit ihrem Schöpfer entfärbten», sagtest du, aber ich blickte nur in den ultramarinen Oktoberhimmel und hörte einen für meine an das Tosen des täglichen Lärms gewöhnten Ohren kaum zu ertragenden Frieden durch die vertrockneten Weinreben wehen. Wir waren…
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Lob der Fläche
Mag der Vergleich zweier Städte, wie zwischen Berlin und Wien, sich oft im Gespräch um das Wetter oder eine gewisse Mentalität drehen, nimmt man ihre inneren Charakterzüge doch eher schweigend wahr. Während Wien stets als eine Stadt der Tiefe gelten will, könnte man Berlin als eine der Fläche betrachten. Zumindest…



