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  • Unheilsbuchten: A Thousand Waves Away von Helena Wittmann

    Die Hand­lung ist ledig­lich ein Poten­zi­al und als Poten­zi­al ist sie am wir­kungs­volls­ten, denn so wie alle von Witt­manns bis­he­ri­gen Arbei­ten könn­te jedes Bild in A Thousand Waves Away der Beginn eines wei­te­ren Films sein. An den Anfän­gen, so könn­te man sagen, herrscht eben die betö­rends­te Har­mo­nie zwi­schen Unsi­cher­heit und Offen­heit.…

  • Notiz zu Neige von Juliet Berto

    Schnee gibt es in Juliet Ber­tos mög­li­cher­wei­se bekann­tes­ter Regie­ar­beit, gemein­sam mit Jean-Hen­ri Roger, eigent­lich kaum zu sehen. Kalt ist es trotz­dem. Und so spielt der Film vor allem sei­ne Stär­ke im Atmo­sphä­ri­schen aus, in dem, wie er in ein Milieu ein­taucht, des­sen Cha­rak­ter sich vor allem in Far­ben und Lich­tern…

  • Währinger Kassiber: Schafbergbad

    Wenn nie­mand ins Schaf­berg­bad kommt, schwim­men die Krä­hen im Pool. Auf­sichts­per­so­nen in wei­ßer Klei­dung beauf­sich­ti­gen sie, wei­ter haben sie nichts zu tun. Soll­te eine Krä­he ertrin­ken, springt der Bade­meis­ter hero­isch ins Was­ser, er ist Vogel­lieb­ha­ber und wür­de sein Herz für die Krä­hen geben. Vor­hin war noch ein Rent­ner da, aber…

  • Notiz zu Guns von Robert Kramer

    Guns, Guns, Guns. Kaum über­ra­schend, geht es in Guns von Robert Kra­mer nicht gera­de wenig um Waf­fen. Stän­dig wird über sie gespro­chen. Man erwar­tet sie, aber sicht­bar wer­den sie nie. Wir sehen einen Con­tai­ner­ha­fen, wäh­rend­des­sen erzählt das Voice Over vom Geschäft mit den Knar­ren: ille­ga­ler Han­del, klar. Dann ver­schiebt ein…

  • Ausgetrockneter Stift

    Du kannst nicht auf Regen hof­fen, nicht­mal das. Was aus dir ström­te und als Pfor­te in eine ande­re Welt dien­te, ist nur mehr Plas­tik. Dei­ne letz­ten Zuckun­gen ver­ge­hen im Weiß. Dabei hast du ges­tern noch so gut aus­ge­se­hen. Alles ging ganz schnell. Drei oder vier Sät­ze, ein zu lan­ges Wort,…

  • Lissabonner Kleinigkeiten: Das verzauberte Archiv

    Im hüge­li­gen Euka­lyp­tus­wald, umge­ben von Medron­ho-Büschen, Nespe­ra-Mis­peln, Eier­schwam­merln und Kas­ta­ni­en liegt auf einer Anhö­he das wie ein Jagd­schloß anmu­ten­de por­tu­gie­si­sche Film­ar­chiv ANIM. Vor 1996 war hier eine Quin­ta, auf der Wein wuchs. Eine unge­öff­ne­te Fla­sche roter ANIM-Wein, ver­mut­lich für die Eröff­nung damals pro­du­ziert, steht noch bei mir im Zim­mer­schrank. Unge­wöhn­lich,…

  • Träume einer Rundfahrt

    9. Mai: »Untä­tig­keit aus Halb­her­zig­keit« titelt ein Bou­le­vard­blatt. Dar­un­ter ein rei­ße­ri­sches Papa­raz­zi­fo­to des Rad­renn­fah­rers aus sei­ner Hotel­un­ter­kunft. Er liegt ver­steckt unter sei­de­nen Decken, die mit Schlei­fen ver­ziert sind. Auf dem Nacht­tisch dane­ben befin­det sich auf der Hotel­bi­bel eine klei­nes Käst­chen mit gespitz­ten Blei­stif­ten. (…) Ein Auto hält auf einem Platz…

  • Notizen zu Mur Murs von Agnès Varda

    Text: Leo­nie Jenning „The word mural means: I exist and I sign what’s mine.“ 1979 beginnt Agnès Var­da in einem essay­is­ti­schen Doku­men­tar­film die Wand­ma­le­rei­en, die soge­nann­ten Murals in Los Ange­les auf 16mm-Mate­ri­al fest­zu­hal­ten. Wäh­rend sie dem Flüs­tern der Murals von Venice Beach bis East L.A. folgt, kom­men­tiert Agnès Var­da das, was sich…

  • Notiz zu Conversa Acabada von João Botelho

    Ein wei­te­rer Ver­such des por­tu­gie­si­schen Kinos, Wor­te in Bil­der zu wan­deln. Die Flüch­tig­keit mit der Bestän­dig­keit zu ver­wech­seln, das Haus mit dem Gar­ten. Das Debüt João Botel­hos wid­met sich in einer sti­li­sier­ten Nach­stel­lung dem Brief­wech­sel zwei­er weg­wei­sen­der Lyri­ker des frü­hen 20. Jahr­hun­derts: Fer­nan­do Pes­soa und Mário de Sá-Car­nei­ro. Geprägt von…

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