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Viennale 2025: Letzter Tag
Dass sich die portugiesische Filmkultur als ganzes seit vier Jahrzehnten um Remakes von Trás-os-Montes von Margarida Cordeiro und António Reis bemüht, ist zumindest kurios. Der Ansatz von Maureen Fazendeiro in As Estações zeigt, dass Alentejo für die Kamera fast wie New York erscheint: Man hat alles irgendwie schon gesehen. Dieses…
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Viennale 2025: Zwölfter Tag
Hätte ich Eszkimó asszony fázik von Xantus János vor zehn Jahren gesehen, hätte ich vermutlich tagelang nichts anderes gehört als die Musik von Trabant, die mir mein ganzes Leben erklärt hätte. Ich gebe zu, dass ich auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, ihre Lieder höre und bedauere, das Ungarische…
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Viennale 2025: مع حسن في غزّة (Mit Hasan in Gaza)
Auf meinem Weg durch den ersten Bezirk gehe ich, vom Nationalfeiertagsgemenge angetrieben, schnellen Schrittes auf das Metrokino zu. Ich sehe noch das Werbevideo des österreichischen Heers vor meinen Augen, das eine überschaubare Menschenmenge auf der Freyung mit seinen fröhlich-feierlichen Beats überstrahlte – und schallte, als Hans mir zuruft und ‑winkt.…
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Viennale 2025: Elfter Tag
Eine seltsame Beobachtung: Die Halbtotalen in Cobre von Nicólas Pereda sind bessere Nahaufnahmen als die Nahaufnahmen in Pietro Marcellos Duse. Ich will mit diesem Paradox ausdrücken, dass man manchmal mehr von einem Inneren sieht, wenn man das Äußere in Frieden lässt. Ich bekomme einige Zuschriften, die sich aus unterschiedlichen Gründen für…
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Viennale 2025: Neunter Tag
Die verletzten Hunde mehren sich. In Vetre, pričaj sa mnom von Stefan Djordjevic fährt der Regisseur und Protagonist einen Hund an und pflegt ihn dann gesund. Die Wunde wird mit Honig versorgt. Das Jammern des Hundes hallt durch den Wald. Der Film ist sehr grün, der grünste Film des Festivals.…
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Viennale 2025: Achter Tag
Ein Sturm schleudert mir das harte Laub ins Gesicht. Die Krähen versammeln sich am Himmel, den sie in Schwärmen noch weiter verdunkeln. Ich folge ihnen mit den Augen, kann aber nicht erkennen, wohin sie flüchten, als es zu regnen beginnt. Two Seasons, Two Strangers von Shô Miyake berührt mich mehr…
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Viennale 2025: Siebter Tag
Man sieht all diese Filme und je mehr man sie sieht und zu ihnen formuliert, desto oberflächlicher wird man. Das liegt nicht an einer Erschöpfung, denke ich, es liegt daran, dass man in der Vielzahl des Verschiedenen irgendwann auf die eigene Meinung zurückgeworfen wird. Der einzelne Film lebt nur mehr…
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Viennale 2025: Sechster Tag
Nadav Lapid irrt in seinem Ken mit impressionistischer Wucht durch ein moralisches Inferno. Ich habe hier in den vergangenen Tagen immer wieder über den omnipräsenten Zeitbezug in den Filmen nachgedacht, anhand dieser Arbeit gebührt es, einen weiteren Blick darauf zu werfen: Es gibt nämlich einen himmelweiten Unterschied zwischen Filmen, die…




