Blog:
-

Notiz zu Le Gai Savoir von Jean-Luc Godard: Kollabierende Zusammenhänge
Text: Leonie Jenning 1. Begrenzte Optik: Der Ursprung allen Sehens ist das Licht. Jedes Objekt reflektiert Licht, und kann so von einem Auge als solches erkannt werden. Durch Hornhaut, Pupille und Linse gebündelt, trifft das auf dem Kopf stehende Abbild auf die Netzhaut. Dort wandeln Millionen von Fotorezeptoren, die Zapfen…
-

Von Filmen Sprechen : Die Teilnehmenden unseres Diagonale–Workshops 2025
Von 27. März bis zum 30. März halten wir einen Workshop «Von Filmen Sprechen» bei der Diagonale in Graz. Die Teilnehmenden werden Podcasts produzieren, die während der Tage vom Festival publiziert werden. - Anna Eberhardt, geboren 1994, lebt und arbeitet in Berlin. Anna ist Mitglied der selbstorganisierten Filmschule filmarche e.V.…
-

Notiz zu Le Milieu du Monde von Alain Tanner
Es ist einer dieser Winter, die nicht enden wollen. Ich sitze in einer Altbauwohnung im achtzehnten Bezirk Wiens und blicke seit Wochen in ein gleichbleibendes städtisches Gelände. Der Himmel ist grau und mit Ausnahme eines seit wenigen Tagen zwischen den kahlen Baumkronen umherfliegenden Rotdrosselschwarms kündet nichts vom Frühling. In den…
-

Notiz zu Havre von Juliet Berto
Text: Leonard Krähmer Die vielbesungene Weite des Meeres kontern die Hafenanlagen von Le Havre mit architektonischer Großzügigkeit. Es sind ausladende Orte zum Verladen von großen Dingen, man braucht Kräne und Hangars dafür. Wo bleibt der Mensch im Habitat des Containerstaplers, wie bewegt er sich fort? Nach der Schicht fährt man…
-

Lissabonner Kleinigkeiten: Ein Toter in Alcântara
Frühmorgens ein Blick aus dem Fenster: unten vor dem Café liegt ein Toter. Mit Wolfgang Ambros’ Da Hofa hat das wenig zu tun, eher mit meiner Neugier. Er liegt am Rücken, drei Männer stehen um ihn herum. Einer sieht wie ein Zivilpolizist aus, der andere ist ein engagierter Passant, der…
-

Taubenblicke XIV
Frühlingswetterbericht: Heute wird Ihnen die Sonne beim Lesen auf einer Bank zum ersten Mal des Jahres die Hände wärmen (Sonntag, 2. März) Während einer Wanderung im Wald die Ahnung eines bald hereinbrechenden Regenschauers durch das rasche Zunehmen der Schatten auf dem Boden und die Verdunkelung der Räume zwischen den Bäumen; das…
-

Notiz zu Sois belle et tais-toi von Les Insoumuses
Der Interviewfilm Sois belle et tais-toi (Sei schön und sei still) des Videokollektivs Les Insoumuses um Carole Roussopoulos, Delphine Seyrig und Ioana Wieder erscheint 1981, im selben Jahr wie Juliet Bertos Regiedebüt Neige, allerdings wurden die Gespräche schon einige Zeit zuvor aufgenommen, nämlich 1976. Das Gespräch zwischen Berto und dem…
-

Notiz zu Like A Complete Unknown von James Mangold
Die schlechtesten Mythenschreiber waren stets und sind immer noch die, die dem Existierenden nichts beifügen, keine eigene Perspektive, die uns keinen neuen Blick auf die bekannten Geschichten werfen lassen, keine eigene Sprache, kein Bild, das es nicht vorher schon gegeben hat. James Mangolds Bob-Dylan-Film hat überhaupt keinen Zugang zum Mythos…
-

Hardly working
Text: Michael Guarneri “Work makes you free” („Arbeit macht frei“) was a Bible-inspired phrase adopted by Nazi propaganda and used as a slogan above the entrance of Dachau, Auschwitz and other camps where extermination through hard labor and other types of industrialized extermination were carried out. “Work is a matter of honor, a matter of…



