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  • Duisburger Kassiber: Vergessene Zweige

    Im Bönin­ger Park in Duis­burg ste­hen turm­ho­he Pla­ta­nen und wer­fen Schat­ten­for­men aufs Gras. Ich bin dort wie­der nur den gepflas­ter­ten Wegen gefolgt, habe die übli­chen Zif­fern und Daten in mei­nem Kopf von vor­ne und hin­ten memo­riert wie ein Aba­kus. Ich hät­te auch nir­gend­wo sein kön­nen. Du hast an mir gezerrt,…

  • Encore un mot, juste une parole: Twentieth Century von Howard Hawks

    Ein Film über die im All­tag unsicht­ba­ren Gefühls­schich­ten unter­halb des Geschnat­ters: Howard Hawks lässt John Bar­ry­mo­re und Caro­le Lom­bard (eine ent­fern­te Ver­wand­te des Regis­seurs; er koket­tier­te gern damit, sie für die­sen Film ent­deckt zu haben, was nicht stimmt) als Thea­ter­go­ckel und Schau­spiel­di­va bis an den Rand der hyper­bo­li­schen Screw­ball-Erträg­lich­keit mit…

  • Berliner Kassiber: Blutbuche

    Die Blut­bu­che am Inva­li­den­fried­hof bedeckt sich mit ihren eige­nen Schat­ten. Glück­lich wer sich so selbst küh­len kann! Auf der asch­grau­en Rin­de tan­zen die Pro­jek­tio­nen von Schat­ten­blät­tern in der som­mer­li­chen Bri­se, Käfer ducken sich, weil sie nicht unter­schei­den zwi­schen einer Sache und dem, was sich hin­ter einer Sache vom Licht ver­steckt.…

  • Taubenblicke XI

    Men­schen, die bei den ers­ten, kleins­ten Regen­trop­fen sofort ihren Regen­schirm auf­span­nen und die ande­ren, die sich sor­gen­los bereg­nen lassen  Der Greis, der im Seuf­zen zu hus­ten anfängt und das Kind, das von einem Wei­nen über­gangs­los in einem Lachen übergeht Das Kit­zeln einer Amei­se auf dem Rücken beim Lesen und die…

  • Duisburger Kassiber: Nichts und alles

    An der Außen­sei­te des Sei­ten­schiffs der Kir­che am Dell­platz in Duis­burg rankt sich selt­sa­mes Gepflanz, zumin­dest für west­deut­sche Gefil­de. Per­si­sche Sträu­cher gibt es da und Bäu­me, die sonst nur am Schwar­zen Meer gedei­hen. Sie pas­sen hier irgend­wie hin, an die­sen Ort, an den nichts zu gehö­ren scheint. Du berührst die…

  • Le Complexe de Toulon von Jean-Claude Biette

    Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en trennt trotz ihrer geo­gra­fi­schen Nähe nicht nur die Spra­che, die Men­ta­li­tät und die Geschich­te, son­dern – deut­li­cher könn­te es nicht sein – auch der Eng­lish Chan­nel, der Ärmel­ka­nal, zu dem die Fran­zo­sen nur La Man­che sagen. Die­sen über­quert Jean-Chris­toph Bou­vet als Chris Patsch in Jean-Clau­de Biet­tes Le…

  • Alles dreht sich (Etalagen V)

    Eine gewis­se Unru­he ver­spü­rend, wer­den hier Din­ge zuein­an­der gestellt, die gemein­hin getrenn­te Wege gehen bezie­hungs­wei­se befah­ren. Auf den ers­ten Blick fal­len die Renn­rä­der auf, die an sil­ber­nen Ket­ten prunk­voll von der Decke hän­gen. Das ers­te, ein him­mel­blau­es Col­na­go, Dura-Ace-Schalt­grup­pe mit gel­ben Akzen­ten am Ober- und Unter­rohr. Zwar sehen die Rei­fen…

  • Die Leichtigkeit eines Mauerseglers im kindlichen Lächeln von Witold Gombrowicz und Tadej Pogačar

    In sei­nem viel­zi­tier­ten, groß­teils im argen­ti­ni­schen Exil geschrie­be­nen Tage­buch ver­weist der für gewöhn­lich gegen die Bür­ger­lich­keit und Unter­drü­ckung des Ein­zel­nen spru­deln­de Witold Gom­bro­wicz mehr­fach auf den unab­ding­ba­ren Wert der Leich­tig­keit für die Kunst. Sein Schrei­ben rich­te sich gegen die selbst­auf­er­leg­te Schwe­re, er wol­le befrei­en, Flü­gel ver­lei­hen, abhe­ben mit jedem Satz.…

  • Loin de Manhattan von Jean-Claude Biette

    Text von Leo­nard Krähmer Wer ein Kunst­ma­ga­zin Shapes and Colors nennt, hat ver­stan­den, wor­auf es ankommt in der Kunst­welt. Im bes­ten Fall heißt Malen schließ­lich nichts ande­res, als eine Lein­wand mit For­men und Far­ben der­art zu bear­bei­ten, dass etwas ent­steht, was alle Welt sprach­los macht vor Schön­heit. Die Shapes and…

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