Blog:

  • Von einer Frau, die stirbt und sich nicht mehr an den letzten Film erinnert, den sie gesehen hat

    Eine, die stirbt und sich nicht mehr an den letz­ten Film erin­nert, den sie gese­hen hat, ist eine ganz gewöhn­li­che Frau. Sie hat­te das Kino und die Fil­me immer gemocht, zumin­dest hat­te sie das gesagt und es gab kei­nen Anlass, ihr nicht zu glauben. Ich den­ke, dass man Men­schen gene­rell…

  • Nahe Ferne: Mythos und Mystik im Kino bei Music von Angela Schanelec

    Auf­tre­ten: Manch­mal geht man ins Kino und denkt sich nicht viel dabei. Ein ander­mal viel­leicht, weil man gera­de sehr viel nach­denkt und ver­ges­sen will. Oder aber auch, weil man nicht wei­ter­kommt und drin­gend eine Ant­wort benö­tigt. Wahr­schein­lich kann ein Film all das her­ge­ben, aber am Ende auch nur unter der…

  • Begegnung vor einer öffentlichen Toilette: Napló gyermekeimnek von Márta Mészáros

    Napló gyer­me­keim­nek (Tage­buch mei­ner Kind­heit) von Már­ta Més­zá­ros: So heißt der ers­te Teil einer auto­bio­gra­fisch gepräg­ten Tri­lo­gie der unga­ri­schen Regis­seu­rin, 1984 mit dem gro­ßen Preis der Jury in Can­nes aus­ge­zeich­net. Wenig mehr Infor­ma­tio­nen las­sen sich den meis­ten im Inter­net kur­sie­ren­den Kurz­tex­ten ent­neh­men. Na gut, ein wenig zum Inhalt fin­den wir…

  • Annäherungen an die vergehende, kommende Welt: Die Reise nach Lyon von Claudia von Alemann

    Ich will die ver­ge­hen­de Welt ret­ten. Die Auf­ga­be ist undurch­führ­bar.(Flo­ra Tristan) In vie­len Tex­ten zu Clau­dia von Ale­manns Spiel­film­de­büt Die Rei­se nach Lyon liest man davon, dass die mit dem Zug nach Lyon gereis­te Prot­ago­nis­tin, die His­to­ri­ke­rin, die kei­ne mehr sein möch­te, die mehr sein möch­te, womög­lich anders leben muss,…

  • Atemtechniken im Kino: Eine Beobachtung

    Eines steht fest: Alle Men­schen, die leben wol­len, müs­sen atmen. Wer nicht mehr atmet, ist ent­we­der tot oder auf dem bes­ten Weg dahin. Des­halb müs­sen einem Kino­saal pro Stun­de für jeden Zuschau­er min­des­tens 25 Kubik­me­ter Frisch­luft zuge­führt wer­den. Laut Vor­schrift soll­te ein Kino­be­su­cher eben­so leben­dig das Kino ver­las­sen, wie er…

  • Taubenblicke III

    Ver­wechs­lung: Ein vom Wind getra­ge­nes Plas­tik­sa­ckerl, das zu Boden fällt, mit einer lan­den­den Amsel Der nach einer weg­flie­gen­den Tau­be sprin­gen­de Jun­ge; zu sei­nen Füßen, die Über­res­te von Hüh­ner­kno­chen (Urban Loritz-Platz) Der Ber­ner Sen­nen­hund schaut auf die Tau­be wie ein älte­rer Bru­der auf sei­ne klei­ne Schwester. Die Tau­ben­fe­der im Stie­gen­haus, dane­ben eine…

  • Bis zum bitteren Ende – Notiz zu 3 Einstellungen in Matter out of Place von Nikolaus Geyrhalter

    Wir befin­den uns in einer gro­ßen Hal­le. Gro­ße Men­gen an Müll wer­den auf Fließ­bän­dern trans­por­tiert und von rie­si­gen Greif­ar­men durch die Luft getra­gen. Mat­ter out of Place von Niko­laus Geyr­hal­ter ist kein Film, der sei­ne Dreh­or­te durch erklä­ren­de Titel ein­führt oder näher beschreibt. Den­noch bin ich mir recht sicher, dass…

  • 33 Jahre später: Berlin 1090 und Dear Doc von Robert Kramer

    »My father sat the­re in the browns and bei­ges and the tele­vi­si­on was one of his few plea­su­res.«1 Ich sit­ze in der Kine­ma­thek und schaue auf den Pots­da­mer Platz. Es ist nur ein klei­ner Fuß­weg zu den Orten, an denen Robert Kra­mer gefilmt hat, um sei­nen Film, die Plan-séquence Ber­lin…

  • Österreichische Männer auf Supermarktparkplätzen

    Den­je­ni­gen, die sich laut­hals über die Uner­mess­lich­keit vor allem länd­li­cher Super­markt­park­plät­ze und der damit ein­her­ge­hen­den Boden­ver­sie­ge­lung und Ver­un­stal­tung der Land­schaft echauf­fie­ren, sei hier ein für alle Mal ent­ge­gen­ge­hal­ten, dass die­se asphalt­glän­zen­den, sau­ber mit Lini­en über­zo­ge­nen, wöchent­lich zwi­schen den Rit­zen gemäh­ten und maxi­mal zu einem Drit­tel aus­ge­las­te­ten Flä­chen des All­tags auch…

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