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  • Der prismatische Schatz und das Hinreichende der Dichtung: Bad Ma Ra Khahad Bord von Abbas Kiarostami 

    Ich bli­cke in die wei­te Land­schaft mei­nes Bild­schir­mes, als wür­de ich selbst im Wind ste­hen und die fri­sche, mit Sau­er­stoff ange­rei­cher­te Berg­luft ein­at­men. Ich lau­sche den tan­zen­den Getrei­de­hal­men im Wind, erken­ne nur noch einen gel­ben Rei­gen. Mit einem Mal ent­de­cke ich ein Auto, das sich über die Kur­ven der erdi­gen…

  • Taubenblicke II

    Yppenplatz/​Brunnenpassage: die hän­gen­de hell­ro­sa Jacke als ein­zi­ges Licht in dem ansons­ten dunk­len Raum und drau­ßen vor der Tür zit­tern die Regenpfützen Ver­wechs­lung: ein auf dem Boden lie­gen­der Werk­statt­hand­schuh mit einer toten Tau­be (früh­mor­gens, Akkonplatz) Im Park hören, wie ein Kind sei­ne Mut­ter fragt: „Mama, war­um ist heu­te Don­ners­tag?“ und bevor…

  • Notiz zu The Four Seasons von Alan Alda

    The Four Sea­sons von Alan Alda ist ein Film aus einer vor­ma­li­gen Zeit, in dem ambi­va­len­te Gefühls­re­gun­gen von Figu­ren (bei­spiels­wei­se das gleich­zei­ti­ge Auf­leuch­ten einer Zunei­gung und Panik, Zärt­lich­keit und Angst oder Trau­rig­keit und Albern­heit) nicht nach­ein­an­der, in von­ein­an­der getrenn­ten Sze­nen, son­dern zur glei­chen Zeit greif­bar wer­den. Es ist schwer zu…

  • „Mario will be talking a lot in the movie.” The Super Mario Bros. Movie als Bankrotterklärung des Kinos

    Genau 30 Jah­re ist es her, seit Super Mario Bros. zum letz­ten Mal fürs Kino adap­tiert wur­de. Eine Zeit­span­ne, in der sich das Ver­hält­nis zwi­schen den Medi­en Film und Video­spiel fast voll­stän­dig ver­kehrt hat. Der kom­mer­zi­el­le Fehl­schlag der ers­ten Ver­si­on von 1993 (unter ande­rem besetzt mit Bob Hos­kins und Den­nis…

  • Taubenblicke I

    Auf der Rus­ten­steg­brü­cke, auf die das letz­te Tages­licht fällt, ver­lang­sa­men die Men­schen ihren Gang, bis sie all­mäh­lich ste­hen­blei­ben, Rich­tung Hüt­tel­dorf bli­cken, und ihre Gesich­ter in die Son­ne halten. Ein jun­ger Mann auf einer Bank in der Mark­graf-Rüdi­ger-Allee, der so ver­tieft in sein Han­dy ist, als wäre es ein span­nen­des Buch. Die…

  • Manche real, manche fiktiv: De Cierta Manera von Sara Gómez

    De Cier­ta Mane­ra von Sara Gómez beginnt mit der lei­den­schaft­li­chen Rede eines Man­nes, einer Recht­fer­ti­gung sei­ner Abwe­sen­heit, sei­nes Fort­blei­bens von der Arbeit. Bald dar­auf springt ein Kol­le­ge auf, der ihn beschimpft und wild mit den Armen ges­ti­ku­liert. Er bezich­tigt ihn der Lüge. Sei­ne Beschimp­fun­gen gehen über in eine Musik, die…

  • Die weiße Wand: Aftersun von Charlotte Wells

    »Wozu ins Kino gehen, wenn sich die sel­ben Fil­me auch zu Hau­se strea­men las­sen?« Bei After­sun han­del­te es sich um einen Film, der, aus­ge­zeich­net von eini­gen Fes­ti­vals, in eher schlecht besuch­te Pro­gramm­ki­nos wan­der­te, wo er erst all­mäh­lich zu sei­nem Publi­kum fand. Nun ist er auf MUBI zu sehen und die…

  • herzförmig

    Das Wort herz­för­mig, was löst es in dir aus? Wenn ich es sage, siehst du dann einen blu­ti­gen, ver­krampf­ten Mus­kel oder einen gleich­mä­ßi­gen Puls­schlag oder eine Liebe? Als Kind habe ich von einer herz­för­mi­gen Wand­uhr gele­sen und ich konn­te mir nicht recht vor­stel­len, was das sein soll­te. Dann habe ich Her­zen…

  • The past is just a prologue: Daughters of the Dust von Julie Dash

    „I am the who­re and the holy one. I am the wife and the vir­gin. I am the silence that you can­not understand.“  In Julie Dash’s Daugh­ters of the Dust bewe­gen sich schein­ba­re Gegen­sät­ze auf­ein­an­der zu, wird die Erfah­rung von Zeit ellip­tisch und Still­stän­de voll­zie­hen sich im Ein­klang mit Auf­brü­chen. Mit ihrem…

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