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  • Wer sein Gesicht verbergen will, gehe nackt auf die Straße: Nu aștepta prea mult de la sfârșitul lumii von Radu Jude

    Es gibt Fil­me, die Feu­er fan­gen, lan­ge bevor wir sie sehen. Sie rich­ten sich nicht an bestimm­te Men­schen oder eine Sache, son­dern gegen einen unge­nann­ten Feind. Sie sind in gewis­ser Wei­se Film­kri­ti­ken und zwar in einem längst ver­ges­se­nen Sinn des Wor­tes, näm­lich jenem, der die Film­ge­schich­te hin­ter­fragt und dadurch wei­ter­trägt.…

  • Ausschreibung
    Workshop »Von Filmen schreiben«
    Duisburger Filmwoche x Jugend ohne Film

    7.–11. Novem­ber 2023 Die Duis­bur­ger Film­wo­che und Jugend ohne Film laden fünf Teilnehmer:innen zu einem fünf­tä­gi­gen Work­shop ein, in dem das Schrei­ben über Doku­men­tar­film im Fokus steht. Die Duis­bur­ger Film­wo­che, das Fes­ti­val für Doku­men­tar­fil­me aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz, beschäf­tigt seit ihrer Grün­dung nicht nur das gemein­sa­me Schau­en, son­dern auch das…

  • Il Cinema Ritrovato 2023: Cinema Libero – freies Kino?

    Ritro­va­to – wie­der­ge­fun­den hat­te mich das Fes­ti­val in Bolo­gna die­ses Jahr nach mei­nem aller­ers­ten Besuch im ver­gan­ge­nen Juni. Wir bei­de waren um ein Jahr geal­tert. Stol­ze 37 Aus­ga­ben hat das Event in der Emi­lia-Roma­gna nun hin­ter sich gebracht. Ein Erfah­rungs­schatz, den ich selbst noch nicht mein eigen nen­nen kann. Ich…

  • Holz und Kerzenlicht: L’Envol von Pietro Marcello

    „Ein wei­ßes Schiff unter rie­si­gen, leuch­ten­den Pur­pur­se­geln wird die Wel­len durch­schnei­den und gera­de­wegs auf dich zukom­men.“ So steht es in Alex­an­der Grins Mär­chen Pur­pur­se­gel (Алые паруса) geschrie­ben, so, wir alle haben das ein­mal gewusst, wird es gesche­hen. In sei­ner losen Adap­ti­on des Stof­fes evo­ziert Pie­tro Mar­cel­lo, zusam­men mit Ali­ce Rohr­wa­cher…

  • P.S.

    Peter Schrei­ner war ein ruhi­ger Mann. Man könn­te fast sagen, er war still. In Gesprä­chen mit ihm fiel mir vor allem die Sanft­heit sei­ner Stim­me auf. Er war ein sen­si­bler, emp­find­li­cher und emp­find­sa­mer Mensch. Unge­rech­tig­kei­ten und Miss­stän­de, die wir oft nur als “Nach­rich­ten” wahr­neh­men, schmerz­ten ihn zutiefst.  Kein Wun­der, dass…

  • Träume in öffentlichen Räumen

    Text: Leo­nard Geisler Es ist beschä­mend, beim Schla­fen erwischt zu wer­den, pein­lich irgend­wie, vor einem ande­renMen­schen zurück­zu­keh­ren in den unbe­wuss­ten Zustand, mit geöff­ne­tem Mund womög­lich. Der Schlaf ver­weist wie der Bauch­na­bel auf das Säug­lings­sta­di­um des Kör­pers. Im Schlaf ist der Orga­nis­mus ver­letz­lich. Er ist nackt, den Bil­dern, die ihn heim­su­chen,…

  • Taubenblicke IV

    Ers­ter Blick des Tages: Kein Tau­ben­blick, son­dern ein Tau­ben­fleck; die Vogel­schei­ße auf dem Fensterbrett Die Krä­he unter dem Schnur­baum im Regen ste­hend, als gin­ge sie das alles nichts an. Das jun­ge Mäd­chen unten im Park, das mit ihrem Hund spa­zie­ren geht, sagt in ihr Han­dy: „Halt dei­ne ver­fick­te blö­de Schnau­ze“,…

  • Notiz zu Te von Szabó István

    Te von Sza­bó Ist­ván aus dem Jahr 1963 ist der Film, den Jean-Luc Godard im sel­ben Jahr­zehnt trotz zahl­rei­cher ordent­li­cher Ver­su­che nie hin­be­kom­men hat. Die Rede ist von einem Film als ver­spiel­ten Lie­bes­brief, als Flirt, als Dia­log zwi­schen der gelieb­ten Frau und der Kame­ra. Godard über­sah, dass auch ein noch…

  • Schneegestöber und Durchlichtbilder: All the Beauty and the Bloodshed von Laura Poitras

    In der ers­ten Ein­stel­lung schneit es. Man sieht ein Gebäu­de von außen, ein Stra­ßen­licht leuch­tet, es leuch­tet das Schnee­ge­stö­ber an. Klei­ne Flo­cken flie­gen her­nie­der, wäh­rend sie ihre kaum sicht­ba­ren Schat­ten auf die Schnee­de­cke wer­fen. Jede Flo­cke ist ein­zig­ar­tig. Das hat­te ich als Kind gelernt und dabei ver­geb­lich ver­sucht, ihre Form…

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